Eine höhere Zahl im Angebotsschreiben bedeutet nicht immer mehr Geld in Ihrer Tasche. Zwei Jobs mit demselben Bruttogehalt können Ihnen sehr unterschiedliche Beträge übrig lassen, sobald Steuern, Zusatzleistungen und Pendelkosten berücksichtigt werden. Angebote gut zu vergleichen bedeutet, das Gesamtbild zu betrachten und nicht nur die plakative Zahl.
Bringen Sie zuerst jedes Angebot auf dieselbe Grundlage
Angebote kommen in unterschiedlichen Formen. Eines wird pro Jahr angegeben, ein anderes pro Monat, ein weiteres pro Stunde. Bevor Sie überhaupt etwas vergleichen können, rechnen Sie jedes auf das Jahresbruttogehalt um.
- Stunde auf Jahr: Multiplizieren Sie den Stundensatz mit den Wochenstunden und dann mit 52. Ein Satz von 25 pro Stunde bei 40 Stunden pro Woche ergibt etwa 52.000 pro Jahr.
- Monat auf Jahr: Multiplizieren Sie mit 12. Ein Gehalt von 4.500 EUR pro Monat sind 54.000 EUR pro Jahr.
Sobald jedes Angebot als Jahresbrutto vorliegt, gehen Sie den nächsten Schritt, den die meisten Menschen überspringen: Schätzen Sie das Nettogehalt. Brutto ist das, was Ihnen versprochen wird; netto ist das, was nach Einkommensteuer und Sozialabgaben tatsächlich auf Ihrem Konto landet. Sie können jede Zahl durch unseren Gehaltsrechner oder den Nettogehaltsrechner laufen lassen, um die Nettobeträge nebeneinander zu vergleichen.
Beziffern Sie die Zusatzleistungen
Zusatzleistungen sind echtes Geld, auch wenn sie nie als Gehalt erscheinen. Laut dem U.S. Bureau of Labor Statistics machen Zusatzleistungen einen beträchtlichen Anteil der gesamten Mitarbeitervergütung aus, sodass deren Vernachlässigung eine große Lücke verbergen kann.
Dinge, die es sich zu bewerten lohnt:
- Krankenversicherung: Wie hoch ist der Beitrag, und wie viel übernimmt der Arbeitgeber?
- Renten- oder Altersvorsorgezuschuss: Ein Zuschuss von 5 Prozent auf ein Gehalt von 60.000 sind 3.000 pro Jahr an quasi kostenlosem Geld.
- Bezahlter Urlaub: Eine zusätzliche Urlaubswoche hat einen Geldwert, der ungefähr einer Wochengehalt entspricht.
- Boni: Klären Sie, ob sie garantiert oder freiwillig sind, und verwenden Sie eine konservative Schätzung.
Berücksichtigen Sie Standort und Steuern
Wo ein Job angesiedelt ist, verändert Ihr Nettogehalt und Ihre Kosten. Steuerregeln unterscheiden sich von Land zu Land und manchmal von Region zu Region, und dasselbe Bruttogehalt ergibt in den USA, Deutschland und Großbritannien unterschiedliche Nettobeträge. Sehen Sie, wie sich die drei vergleichen, in Nettogehalt im Ländervergleich.
Ein Gehalt, das in einer teuren Stadt größer aussieht, reicht möglicherweise weniger weit als ein kleineres in einer günstigeren Gegend. Wägen Sie das Angebot anhand der lokalen Preise mit unserem Leitfaden zu den Lebenshaltungskosten ab, bevor Sie sich entscheiden.
Zwei Angebote im direkten Vergleich
Hier ein vereinfachtes Beispiel, das zwei Angebote mit identischem Bruttogehalt vergleicht.
| Faktor | Angebot A | Angebot B |
|---|---|---|
| Jahresbrutto | 60.000 | 60.000 |
| Geschätztes Netto | 45.000 | 44.000 |
| Altersvorsorgezuschuss | 0 | 3.000 |
| Bezahlter Urlaub | 20 Tage | 28 Tage |
| Pendelkosten (jährlich) | 2.400 | 0 (remote) |
| Grober Gesamtwert | 42.600 | 47.000 |
Auf dem Papier waren sie gleichauf. Sobald Zusatzleistungen und Pendeln einbezogen werden, liegt Angebot B klar vorn.
Arbeitsweg und Homeoffice
Pendeln kostet Geld und Zeit. Ein Arbeitsweg von 2.400 pro Jahr ist faktisch eine Gehaltskürzung. Remote- oder Hybrid-Stellen können außerdem Geld für Mittagessen, Parken und Arbeitskleidung sparen und geben Ihnen jede Woche Stunden zurück.
Vergessen Sie die nicht-finanziellen Faktoren nicht
Zahlen sind wichtig, aber der Rest des Jobs ist es ebenso:
- Wachstum: Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten und Fähigkeiten, die Sie aufbauen werden.
- Stabilität: die Gesundheit des Unternehmens und wie sicher sich die Stelle anfühlt.
- Flexibilität: Kontrolle über den Zeitplan und Remote-Optionen.
- Kultur und Vorgesetzter: oft der größte Faktor für das tägliche Wohlbefinden.
Wenn zwei Angebote beim Geld nah beieinander liegen, sollten diese Faktoren den Ausschlag geben. Und wenn das Geld nah, aber nicht gleich ist, denken Sie daran, dass Sie oft mehr verlangen können. Sehen Sie sich unsere Tipps zur Gehaltsverhandlung an, bevor Sie zusagen.
Abschließende Gedanken
Das beste Angebot ist selten dasjenige mit der größten Bruttozahl. Rechnen Sie alles auf dieselbe Grundlage um, vergleichen Sie das Nettogehalt, addieren Sie den Geldwert der Zusatzleistungen und ziehen Sie die Pendelkosten ab. Legen Sie dann die nicht-finanziellen Faktoren darüber, die Ihren Alltag prägen. Steuer- und Leistungsregeln variieren je nach Land und persönlicher Situation, betrachten Sie diese Beispiele daher als Ausgangspunkt und konsultieren Sie eine qualifizierte Fachkraft, bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen.