Die Einkommensteuer ist einer der größten Gründe dafür, dass die Zahl auf Ihrem Jobangebot nicht die Zahl ist, die auf Ihrem Bankkonto landet. Wenn Sie jemals auf eine Lohnabrechnung geschaut und sich gefragt haben, wohin ein Teil Ihres Gehalts verschwunden ist, dann ist dieser Leitfaden für Sie. Wir gehen Schritt für Schritt und in verständlicher Sprache durch, wie die Einkommensteuer funktioniert, und nutzen dabei Beispiele aus den USA, dem Vereinigten Königreich und Deutschland.
Dies sind allgemeine Bildungsinformationen, keine Steuer- oder Finanzberatung. Sätze und Schwellenwerte ändern sich jedes Jahr, prüfen Sie daher stets offizielle Quellen oder sprechen Sie für Ihre persönliche Situation mit einer qualifizierten Fachperson.
Was ist die Einkommensteuer?
Die Einkommensteuer ist Geld, das Sie auf Grundlage Ihres Verdienstes an den Staat zahlen. Sie finanziert öffentliche Leistungen wie Gesundheitsversorgung, Schulen, Straßen und Renten. In den meisten Ländern gilt: Je mehr Sie verdienen, desto höher ist der Prozentsatz, den Sie zahlen, zumindest auf die oberste Scheibe Ihres Einkommens.
Bei Angestellten wird die Einkommensteuer in der Regel automatisch von jeder Gehaltszahlung einbehalten, bevor Sie ausgezahlt werden. In den USA nennt man das Withholding, im Vereinigten Königreich PAYE und in Deutschland Lohnsteuer. Freiberufler und Selbstständige berechnen und zahlen sie üblicherweise selbst, häufig in Vorauszahlungen.
Bruttoeinkommen vs. zu versteuerndes Einkommen
Diese beiden Begriffe bringen fast jeden durcheinander, deshalb trennen wir sie klar voneinander.
- Bruttoeinkommen ist Ihr gesamtes Gehalt, bevor etwas abgezogen wird. Wenn in Ihrem Jobangebot 50.000 pro Jahr stehen, dann ist das brutto.
- Zu versteuerndes Einkommen ist das, was übrig bleibt, nachdem Sie etwaige Freibeträge und Abzüge abgezogen haben. Diese kleinere Zahl ist es, auf die Ihre Steuer tatsächlich berechnet wird.
Sie werden nicht auf jeden Cent besteuert, den Sie verdienen. Die meisten Länder gewähren Ihnen zunächst eine steuerfreie Scheibe. Das Vereinigte Königreich hat zum Beispiel die Personal Allowance, und Deutschland hat einen steuerfreien Grundbetrag (Grundfreibetrag). Unterhalb dieser Schwellen zahlen Sie überhaupt keine Einkommensteuer. Für das größere Bild siehe Bruttoeinkommen vs. Nettoeinkommen.
Progressive Steuerstufen
Die meisten Einkommensteuersysteme sind progressiv. Ihr Einkommen wird in Stufen unterteilt, und jede Stufe wird mit ihrem eigenen Satz besteuert. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ein höherer Verdienst Ihr gesamtes Einkommen in einen höheren Satz schieben kann. So funktioniert das nicht. Nur der Teil des Einkommens innerhalb jeder Stufe wird mit dem Satz dieser Stufe besteuert.
Hier ist eine vereinfachte Veranschaulichung (keine echten aktuellen Sätze):
| Einkommensstufe | Steuersatz | Steuer auf diese Stufe |
|---|---|---|
| Erste 12.000 | 0 % | 0 |
| 12.001 bis 40.000 | 20 % | 5.600 |
| 40.001 bis 50.000 | 40 % | 4.000 |
In diesem Beispiel zahlt jemand, der 50.000 verdient, insgesamt 9.600 und nicht 40 % von allem. Um zu verstehen, wie sich die Stufen in echten Systemen aufeinander stapeln, siehe unseren ausführlicheren Leitfaden zu den Steuerstufen.
Grenz- vs. Effektivsteuersatz
Zwei kurze Definitionen, die sich aus den Stufen ergeben:
- Grenzsteuersatz ist der Satz auf Ihren nächsten verdienten Dollar, Pfund oder Euro. In der obigen Tabelle sind das 40 %.
- Effektivsteuersatz ist der Durchschnittssatz über Ihr gesamtes Einkommen. Hier sind das 9.600 geteilt durch 50.000, also etwa 19 %.
Ihr Effektivsteuersatz ist fast immer niedriger als Ihr höchster Grenzsteuersatz. Menschen verwechseln die beiden oft und überschätzen, wie viel Steuer sie tatsächlich zahlen.
Freibeträge und Abzüge
Freibeträge und Abzüge verringern Ihr zu versteuerndes Einkommen, wodurch Ihre Steuerlast sinkt. Sie variieren stark von Land zu Land, aber gängige Beispiele sind:
- Ein steuerfreier persönlicher Freibetrag oder Grundbetrag.
- Berufsbedingte Ausgaben wie Arbeitsmittel, Fahrten oder ein häusliches Arbeitszimmer.
- Beiträge zur Renten- oder Altersvorsorge.
- Bestimmte Versicherungsprämien oder Spenden für wohltätige Zwecke.
Zu wissen, was Sie geltend machen können, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, mehr von Ihrem Geld zu behalten. Unser Leitfaden zu den Steuerabzügen erläutert die wichtigsten Kategorien.
Einkommensteuer vs. Sozialabgaben
Hier ist ein Punkt, der viele Menschen überrascht: Die Einkommensteuer ist nicht das Einzige, was von Ihrem Gehalt abgezogen wird. Daneben gibt es Sozial- oder Lohnabgaben.
- In den USA sind das Social Security und Medicare (oft als FICA bezeichnet).
- Im Vereinigten Königreich ist das National Insurance.
- In Deutschland decken diese die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab.
Diese Beiträge finanzieren Renten, Gesundheitsversorgung und Unterstützung bei Arbeitslosigkeit. Sie werden anders als die Einkommensteuer berechnet und haben oft eigene Schwellenwerte und Beitragsbemessungsgrenzen. Da sie einen erheblichen Anteil Ihres Gehalts ausmachen können, ergibt sich ein irreführendes Bild Ihres tatsächlichen Nettolohns, wenn man sie ignoriert. Mehr erfahren Sie in unserem Überblick zu den Sozialversicherungsbeiträgen.
Wie aus all dem der Nettolohn wird
Wenn man die Teile zusammensetzt, sieht Ihr Nettolohn (auch Nettogehalt genannt) im Allgemeinen so aus:
- Beginnen Sie mit dem Bruttoeinkommen.
- Ziehen Sie Freibeträge und Abzüge ab, um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln.
- Wenden Sie die progressiven Steuerstufen an, um die Einkommensteuer zu berechnen.
- Ziehen Sie die Sozialabgaben ab.
- Was übrig bleibt, ist Ihr Netto-, Ihr Nettolohn.
Ein Arbeitnehmer, der in den USA, dem Vereinigten Königreich und Deutschland das gleiche Bruttogehalt verdient, kann mit sehr unterschiedlichen Nettobeträgen enden, weil jedes Land Steuern und Abgaben unterschiedlich kombiniert. Wir vergleichen die drei nebeneinander in unserem Leitfaden zum Nettolohn im Ländervergleich.
Möchten Sie eine Zahl für Ihre eigene Situation? Probieren Sie unseren kostenlosen Gehaltsrechner aus, um Ihren Nettolohn in Sekunden zu schätzen.
Abschließende Gedanken
Die Einkommensteuer kann einschüchternd wirken, aber der Kerngedanke ist einfach: Sie werden in Scheiben besteuert, nur auf das, was nach Ihrem steuerfreien Freibetrag und Ihren Abzügen übrig bleibt, und diese Steuer steht neben separaten Sozialabgaben. Sobald Sie verstehen, wie aus dem Bruttoeinkommen Schritt für Schritt der Nettolohn wird, hört Ihre Lohnabrechnung auf, ein Rätsel zu sein. Da sich Sätze und Schwellenwerte jedes Jahr verschieben, nutzen Sie für wichtige Entscheidungen offizielle Quellen und eine qualifizierte Fachperson.